Zehn Schritte für eine erfolgreiche Aufnahme von Exportaktivitäten
Agenda
1. Umfassender Ansatz für eine erfolgreiche Durchführung von Exportaktivitäten auf dem deutschen Markt
2. Export von IT-Dienstleistungen nach Deutschland
3. Export von Agrar- und Lebensmittelprodukten nach Deutschland
4. Zusammenfassung – Exportchancen nach Deutschland
Umfassender Ansatz für eine erfolgreiche Durchführung von Exportaktivitäten auf dem deutschen Markt
Um eine Exportstrategie in Deutschland zu starten, sollten Unternehmen den Markt strategisch angehen und dabei das deutsche Geschäftsumfeld, die Verbraucherpräferenzen, die regulatorischen Rahmenbedingungen und kulturelle Aspekte berücksichtigen. Hier ist ein umfassender Ansatz, der Unternehmen dabei hilft, in den deutschen Markt einzutreten und dort erfolgreich zu sein:
1. Marktforschung/Analyse durchführen
- Marktanalyse: Bewerten Sie die Nachfrage nach Ihrem Produkt in Deutschland, die Wettbewerbslandschaft und die Kundenerwartungen. Deutschland ist bekannt für seinen hart umkämpften und qualitätsbewussten Markt, daher ist es entscheidend, herauszufinden, wo Ihr Produkt hingehört.
- Kundensegmentierung und Kundenpräferenzen: Definieren Sie Zielkundensegmente auf der Grundlage von Demografie, Präferenzen und Kaufverhalten.
2. Regulatorische Anforderungen verstehen
- Produktstandards und Zertifizierung: In Deutschland gelten strenge Produktstandards für importierte Waren, insbesondere in Branchen wie Automobil, Elektronik, Pharmazie und Lebensmittel. So ist beispielsweise die CE-Kennzeichnung für viele Produkte in der Europäischen Union obligatorisch.
- Sprach- und Kennzeichnungsvorschriften: Deutsche Kennzeichnungen und Dokumentationen sind obligatorisch. Produktanweisungen, Sicherheitshinweise und Kundenservice sollten idealerweise auf Deutsch verfasst sein.
- Einhaltung der Datenschutzbestimmungen: DSGVO-Konformität: Stellen Sie sicher, dass die gesamte Datenverarbeitung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) entspricht. Dies ist besonders wichtig für E-Commerce und digitales Marketing. Datensicherheitsstandards: Deutsche Verbraucher legen Wert auf Datenschutz und Sicherheit, daher kann die Einhaltung hoher Datenschutzstandards Vertrauen bei den Kunden schaffen.
3. Identifizieren und analysieren Sie potenzielle Vertriebspartner
- Ziel: Erstellen Sie eine Liste potenzieller zuverlässiger Partner, die zu Ihrer Branche und Ihrem Produkt passen.
- Maßnahmen: a) Nutzen Sie deutsche Branchenverzeichnisse, Industrieverbände und Geschäftsplattformen, um zuverlässige Kontakte zu finden. Die Teilnahme an deutschen Messen Ihrer Branche kann ebenfalls Networking-Möglichkeiten bieten. b) Recherchieren Sie die Erfahrung, die Reputation auf dem Markt und die finanzielle Situation jedes Partners. Fordern Sie Referenzen an und überprüfen Sie deren Ansehen in der Branche, um Partnerschaften mit Unternehmen zu vermeiden, die möglicherweise nicht Ihren Standards oder Zielen entsprechen.
4. Entwickeln Sie eine wettbewerbsfähige Preisgestaltung
- Im B2B-Bereich: Durch Verhandlungen und Treffen mit potenziellen Partnern/Kunden unter Berücksichtigung kultureller Besonderheiten: Ermitteln Sie die Nachfrage und wichtige Rahmenbedingungen, insbesondere mit Blick auf die Preisgestaltung, die für den Abschluss einer Partnerschaft/eines Kaufvertrags mit Partnern relevant sind.
- Im B2C-Bereich: Preisanalyse: Erforschen und definieren Sie einen wettbewerbsfähigen Preisrahmen, auch unter Verwendung von Preisinformationssoftware/Preis-Scraping-Software, um zu definieren, wo die Preissensibilität variiert.
5. Planen Sie eine Markteintrittsmethode
- Direktexport: Geeignet, wenn Sie über die Ressourcen verfügen, um Vertrieb, Logistik und Kundenservice zu verwalten. Dies kann über Online-Plattformen oder direkt von Ihrem Heimatland aus erfolgen.
- Vertriebspartner oder Vertreter: Die Zusammenarbeit mit lokalen Vertriebspartnern oder Vertretern kann den Markteintritt vereinfachen und lokales Fachwissen bereitstellen, da diese die Vertriebskanäle und kulturellen Nuancen kennen.
- Aufbau einer lokalen Präsenz: Erwägen Sie die Gründung einer Tochtergesellschaft oder einer Niederlassung in Deutschland, wenn Ihr Unternehmen eine langfristige Präsenz anstrebt. Deutschland verfügt über eine gut ausgebaute Infrastruktur für ausländische Unternehmen, einschließlich Gründerzentren und Wirtschaftszonen.
- Lokale Vertriebspartner und Großhändler: Die Zusammenarbeit mit lokalen Vertriebspartnern, die den Markt verstehen, kann die Reichweite und Marktdurchdringung verbessern. Diese Partner verfügen oft über etablierte Verbindungen zu Einzelhändlern und verstehen die Nuancen des Marktes.
- E-Commerce und digitale Marktplätze: Plattformen wie Amazon.de, Zalando, Otto und viele andere sind beliebt und können ein effektiver Weg sein, um mit minimaler physischer Präsenz in den deutschen Verbrauchermarkt einzutreten.
- B2B-Plattformen für Industrieprodukte: Für Industrie- oder Spezialgüter ist die Nutzung von B2B-Plattformen wie Wer liefert was (WLW) oder die direkte Zusammenarbeit mit branchenspezifischen Marktplätzen und Messen eine effektive Strategie.
6. Marketing und Branding anpassen
- Lokalisieren Sie Ihre Marke: Passen Sie Ihr Branding an deutsche Werte wie Qualität, Effizienz und Umweltfreundlichkeit an. Vermeiden Sie übertriebene Superlative, da Deutsche realistisches, faktenbasiertes Marketing schätzen.
- Digitales Marketing: Nutzen Sie beliebte deutsche digitale Kanäle wie Google.de, Facebook, Instagram und LinkedIn. Die Suchmaschinenoptimierung (SEO) sollte auch auf deutsche Keywords ausgerichtet sein.
- Messen und Veranstaltungen: Nehmen Sie an deutschen Messen teil, die als Mittel zur Steigerung der Bekanntheit, zum Networking und zum Verständnis von Markttrends hoch geschätzt werden. Große Messen wie die Hannover Messe oder die IFA Berlin sind gute Ausgangspunkte.
7. Nehmen Sie an deutschen Messen und Branchenveranstaltungen teil
- Messebesuche: In Deutschland finden zahlreiche international renommierte Messen statt (z. B. die Hannover Messe für die Industrie, die IFA für Elektronik oder die Biofach für Bio-Produkte). Diese Messen bieten direkten Zugang zu Käufern, Händlern und potenziellen Partnern und helfen Unternehmen, sich zu vernetzen und ihre Produkte zu präsentieren.
- Branchenspezifische Veranstaltungen und Ausstellungen: Die Teilnahme an oder das Sponsoring von branchenspezifischen Ausstellungen erhöht die Sichtbarkeit und schafft Glaubwürdigkeit. Auf Messen können potenzielle deutsche Partner und Verbraucher Produkte aus erster Hand erleben, was Vertrauen und Interesse weckt.
8. Planen Sie Kundenservice und Support
- Mehrsprachiger Support: Ein deutschsprachiger Kundenservice ist für die Bearbeitung von Anfragen, Rücksendungen und Beschwerden unerlässlich.
- Technischer Support und Kundendienst: Deutsche Verbraucher erwarten einen hohen Standard beim Kundendienst, sodass Sie sich mit Wartungsdienstleistungen oder Kundenservice von Ihren Mitbewerbern abheben können.
- Rechtliche Rahmenbedingungen für Kundenrechte: Machen Sie sich mit den deutschen Verbraucherrechten vertraut, wie z. B. dem Recht, Produkte innerhalb von 14 Tagen nach dem Online-Kauf zurückzugeben.
9. Nutzen Sie finanzielle Förderprogramme und Anreize
- Staatliche Unterstützung: Sowohl Deutschland als auch die EU bieten Anreize für ausländische Unternehmen, die in den Markt eintreten. Zum Beispiel die Programme von Organisationen wie Germany Trade & Invest (GTAI).
- Exportfinanzierung und -versicherung: Ziehen Sie eine Exportkreditversicherung in Betracht, die Risiken im Zusammenhang mit Zahlungsausfällen mindern kann.
10. Digitales Marketing und SEO für den deutschen Markt
- Nutzen Sie soziale Medien und deutsche Plattformen: Deutsche Verbraucher sind aktiv auf Plattformen wie Facebook, Instagram, LinkedIn und TikTok sowie auf lokalen Plattformen wie XING für B2B vertreten. Eine Präsenz auf diesen Plattformen kann die Markenbekanntheit steigern.
- SEO in deutscher Sprache: Optimieren Sie Websites und Online-Shops für die deutsche Sprache und verwenden Sie relevante deutsche Schlüsselwörter. Google.de ist weit verbreitet, und die Optimierung der lokalen Suche kann dazu beitragen, die Sichtbarkeit zu erhöhen.
Export von IT-Dienstleistungen nach Deutschland
Deutschland ist einer der größten und attraktivsten Exportmärkte für internationale IT-Dienstleister. Aufgrund der raschen digitalen Transformation und des Mangels an qualifizierten Fachkräften importieren deutsche Unternehmen zunehmend IT-Dienstleistungen aus dem Ausland.
Wichtige Fakten zum Export:
Deutschlands Dienstleistungsimport erreicht jährlich mehrere hundert Milliarden Euro, wobei IT- und digitale Dienstleistungen zu den am schnellsten wachsenden Kategorien zählen.
Hohe Nachfrage nach exportierten IT-Dienstleistungen wie:
- Softwareentwicklung und SaaS-Lösungen
- Cloud-Dienste, Cybersicherheit und Datenschutz
- KI, Datenanalyse, Automatisierung und Industrie 4.0-Lösungen
- Engineering, F&E und technische Beratung
Warum Deutschland auf IT-Exporte setzt:
- Struktureller Mangel an IT-Fachkräften in Deutschland
- Starke Nachfrage nach skalierbaren und spezialisierten digitalen Lösungen
- Kosten- und Effizienzvorteile von Nearshore- und Offshore-Exportmodellen
Exportchance: Für ausländische IT-Unternehmen stellt der Export von Dienstleistungen nach Deutschland eine stabile, langfristige B2B-Exportchance dar, insbesondere für Anbieter, die hohe Qualität, Einhaltung der DSGVO und zuverlässige Liefermodelle bieten.
Export von Agrar- und Lebensmittelprodukten nach Deutschland
Deutschland ist einer der größten Importeure von Agrar- und Lebensmittelprodukten in Europa und damit ein wichtiger Exportmarkt für ausländische Agrarlieferanten.
Wichtige Fakten zum Export:
- Agrar- und Lebensmittelprodukte machen etwa 8–10 % der gesamten Warenimporte Deutschlands aus.
- Deutschland importiert große Mengen an: Sojabohnen und Proteinfuttermitteln (8–14 Millionen Tonnen jährlich), Obst, Gemüse, Getreide und Speziallebensmitteln, landwirtschaftlichen Rohstoffen für die Lebensmittelverarbeitung und Tierfutter
Warum Deutschland von Agrarexporten abhängig ist:
- Begrenzte inländische landwirtschaftliche Produktionskapazitäten
- Klimatische Einschränkungen für bestimmte Kulturen
- Starke Lebensmittelindustrie und hohe Verbrauchernachfrage
Exportchancen: Für ausländische Landwirte, Agrarunternehmen und Lebensmittelhersteller bietet der Export nach Deutschland eine zuverlässige Nachfrage, stabile Abnahmemengen und Zugang zum größeren EU-Markt, sofern die EU-Qualitäts- und Zertifizierungsstandards erfüllt sind.
Zusammenfassung – Exportchancen nach Deutschland
Deutschland ist nach wie vor eines der wichtigsten und zuverlässigsten Exportziele weltweit für ausländische Anbieter von Waren und Dienstleistungen. Als größte Volkswirtschaft Europas und einer der weltweit führenden Importeure ist Deutschland strukturell von internationalen Exporten abhängig, um seine industrielle Produktion, Lebensmittelversorgung, seinen Energiebedarf und seine digitale Transformation aufrechtzuerhalten.
Wichtige Exporttreiber:
Deutschland importiert jährlich Waren im Wert von über 1,5 Billionen Euro, wodurch eine kontinuierliche Nachfrage für ausländische Lieferanten entsteht. Die wichtigsten Exportchancen bestehen in folgenden Bereichen:
- Industriekomponenten, Maschinen und elektronische Geräte
- Landwirtschaftliche Erzeugnisse und Lebensmittel, bei denen die heimische Produktion die Nachfrage nicht decken kann
- IT, Ingenieurwesen und digitale Unternehmensdienstleistungen, angetrieben durch Fachkräftemangel und rasante Digitalisierung
Warum der Export nach Deutschland attraktiv bleibt:
- Hohe Kaufkraft und langfristige Verträge
- Starke B2B-Kultur mit Fokus auf Zuverlässigkeit, Qualität und Compliance
- Klare rechtliche Rahmenbedingungen und transparentes Geschäftsumfeld
- Deutschland dient oft als Tor zum größeren EU-Markt
Ausblick für die Zukunft:
Die Nachfrage nach exportierten Industriegütern, Agrarprodukten und IT-Dienstleistungen dürfte in den kommenden Jahren weiterhin stark bleiben. Nachhaltigkeit, digitale Lösungen und die Diversifizierung der Lieferketten werden die Abhängigkeit Deutschlands von qualifizierten internationalen Exporteuren weiter erhöhen. Für ausländische Hersteller, Agrarunternehmen und Dienstleister bietet der Export nach Deutschland stabile, skalierbare und langfristige Wachstumschancen, vorausgesetzt, dass die Produkte und Dienstleistungen den EU-Standards, den regulatorischen Anforderungen und den Erwartungen des deutschen Marktes entsprechen.




